
Johannes Kukuzelis (um 1280 - 1360)
Der Chor trägt den Namen des bedeutendsten Komponisten, Sängers und Reformators der byzantinischen Kirchenmusik des 13.-14. Jahrhunderts, des gebürtigen Bulgaren Joan Kukuzel, der in vielen Handschriften mit den Beinamen „Magister“, „das zwanzigste Wunder“, „zweite Quelle der griechischen Musik nach Johannes Damaszenus“, „der Engelstimmige“ u. a. bezeichnet wird. Die spätbyzantinische Neumennotation und die Einführung des neuen melismatischen Stils sind mit seinem Namen verknüpft. Als sein Geburtsort wird Dyrrachium in Mazedonien/Westbulgarien (slavisch Drač, heute: Durrës, Albanien) angegeben. Dank seiner „Engelstimme“ durfte er am Hof des Kaisers in Konstantinopel Musik studieren. Auf eine Frage seiner Kommilitonen, was er gegessen habe, soll er, in der griechischen Sprache noch ungewandt, geantwortet haben: „kukia ke zelia“ – Saubohnen und Kohl, und erhielt so den Beinamen griechisch „Kukuzelis“, slavisch „Kukuzel“ (sprich: Kukusél). Später soll Kukuzel als Bettler verkleidet nach dem Athos geflüchtet sein und sich dort zuerst als Ziegenhiert, dann bis zu seinem Tode als Kirchensänger betätigt haben, und zwar im Kloster des hl. Athanasius in der Großen Lawra. Der großen Anzahl seiner Kompositionen nach soll Joan Kukuzel ein hohes Alter erreicht haben. Er wird von der griechischen und der bulgarischen orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt. Sein Fest wird am 1./14. Oktober gefeiert.
Die Gründungsversammlung des Joan-Kukuzel-Chors Kevelaer fand am 27. Februar 1988 im Kleinen Saal des Petrus-Canisius-Hauses statt.
Der Ostkirchentag am 5. Juni fand noch ohne Beteiligung des neugegründeten Chors statt.
Am 14. Oktober beging der Chor erstmals den Gedenktag seines heiligen Patrons mit einem gemeinsamen Essen zusammen mit dem Präses Pastor Richard Schulte Staade, Rektor der Wallfahrt und Pfarrer an St. Marien Kevelaer.
Am 15. November besuchte der Chor den russisch-orthodoxen Erzbischof Longin in Düsseldorf und sang in der Kapelle in der Ellerstraße.
Am 18. Dezember 1988 trat der Chor zum ersten Mal öffentlich auf. Er sang die orthodoxe Abendandacht mit dem serbischen Priester Petar Čilerdjić in der Kerzenkapelle Kevelaer.